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BEST OF VERÖFFENTLICHT: kaweis Werbegang:

»DIE VERHAFTUNG DER DUNKELHEIT WEGEN EINBRUCHS«

 

Irgendwann würdet ihr euch zusammen-
und über deine Gage auseinander setzen müssen.

In the Summer of 89 ist es drückend schwül in diesem unklimatisierten Haus in der Muthgasse unweit des hochformatigen HauptQuartiers einer kleinformatigen Meinung. Obwohl man das Haus dunkel hält wie bei einem FliegerAngriff, hat es schon um Zehn tropische 30° in der Hütte.

Und schon hast du deinen PostJob hinter dir und eine noch zu habende Idee vor dir. Wie Barton Fink sitzt du in deiner Klause und schaust den Wänden beim Schwitzen zu. Die Kampagne muss gut sein, immerhin willst du die resche Wirtstochter damit beeindrucken. Vorher habt ihr im Konfi gemeetet, und die Manu ist übernächtigt, weil sie im Metropol visavis gelegenen Wirtshaus aushalf. Sie sass dir visavis und nahm sich Mineralwasser. Dein Kopf ging in Flammen auf, als sie aufstand und sich zur Labung an die ›Römerquelle‹ vorbeugte. Und du konntest ihre un-beha-ten Brüste der Kategorie Wascher_3|2_Striezel unter der Bluse leben sehen.

Eigentlich nur die rechte, weil sie mit der linken Hand nach dem Mineralwasser griff. Von Symmetrie ausgehend schlossest du, dass der andere Busenhügel ebenso beschaffen sein würde...

Und das lässt dich nun nicht mehr los. Konisch wie ein Berg, fest aufragend, sicher nicht hängend – wie von Silikon gestützt (was noch kein Thema ist). Erhitzt wie ein Pornojäger, der Schweinekram|Dreckszeug|Hurenswerk in eine Kamera sagt, überlegst du, ob du eine Auszeit auf dem Klo nehmen solltest. Und würde dich jemand dabei ablauschen... Bei der Post der lange Scheiss und in der Werbung das Masturbier? Nö danke! Nicht dein Bier – darauf verzichtest du gerne.


Stattdessen blickst du der Wand entlang. Keine Inspiration. Nicht mal der Funken einer Idee. Nur ein Gedanke kommt dir immer wieder in den Sinn. Bei der Hitze arbeiten die Drüsen auf Hochtouren und saugen Kapazitäten von anderen Regionen ab. Das Agenturmotto leuchtet auf: ›Begreife die Sache und die Worte folgen!‹ Ja, dieses Gesäuge hättest du nur zu gerne begriffen...
Zurück zum Start: Was willst du überhaupt mit dem Spot ausdrücken? Die VN sind eine gute Zeitung, die über alles berichtet. Über Gesellschaft. Sport. Politik. Kultur. Dutteln.... Aaaah!


Keine Idee. Blätterst im BilderKatalog zu den TierMotiven, das taugt dir immer und lenkt ab. Checkst die Viecher genauer. Irgendwie bleibst du immer bei den Mammalien hängen und schaust, ob wirklich alle auch Säugetiere sind. Giraffen mit Euter, Kühe mit praller Unterseite, milchgebende Stuten durch die Hinterseite der Beine gesehen. Alles voll mit Anspielungen! Endlich findest du die maskulinen Seiten des Katalogs. Das Prachtstück ist offensichtlich tiefenpsychologisch in einen mütterlich_weiblichen & einen männlich_aggressiven Teil geordnet. (Auf solche unterschwellige Botschaften sollst du noch öfter in der Werbung stossen.)
»Männlich_aggressiv« hast du immer mit Autofahren assoziert. Überlegst, welches Design das nächste|überfällige Auto verpasst bekommen soll. Muster für SalonLöwen geben nix her und passen nicht zu deinem Image. PartyTigerStreifen sind da schon dekorativer. Plötzlich fällt dir auf, dass das eigentlich schon eine Kampagnenidee wäre! Wie beim Erlernen des Radfahrens. Die VertrauensPerson hat die stützende Hand bereits abgewendet und man stellt fest, dass man schon die längste Zeit allein unterwegs ist. Und sobald man es 1x kann, kann mans für immer (sofern einen kein Schlagerl zwischendurch rammt). Der zu erfindende Text würde in etwa lauten:

OFF: »Wir berichten über junge Aufsteiger (Ziege)
und hohe Tiere (Giraffe von oben), die auf den Boden
der Realität zurückkehren (Giraffe von unten).
Wir schreiben, wer die grössten Sprünge macht
(Antilopen), wer durch dick & dünn geht (Bärensippe),
und wer dabei ins Wasser fällt (Fischotter).
Wir informieren, wem die Nerven durchgehen (Büffel),
wer Sie im Regen stehenlässt (Faultier)
und wer in jeder Situation cool bleibt (Eisbär).
Kein Ziel ist uns zu hoch (Steinadler)
und kein Anlass uns zu gering (scheissender Kojote).
Unsere Reporter liegen ständig auf der Lauer (Puma auf Baum).
Täglich in den ›Vorarlberger Nachrichten‹ (VN Logo).«


Von der Idee bis zum fertigen Spot dauerts Wochen. Zuerst ist nur die Idee mit dem Offtext vorhanden. Ein (unsichtbarer) Sprecher lässt sich über die Bilder aus. Die entsprechenden Zeugnisse von Kojoten|Giraffen|Eisbären|Wasserbüffeln sind auf die SprechPassagen gemünzte Standbilder aus dem Zefa Tierreich. – Fotos von Euter, Mammalien und Gesäugen vermeidest du lieber...
Sogar den geilen Marder lässt du unter den Tisch fallen. Darfst & sollst die Idee am nächsten Tag im Konfi vortragen. Nervös wie ein Firmling, doch mit dem aufbauenden Lob deiner heimlichen Flamme, nun an deiner Seite sitzend, tankst du Selbstvertrauen wie Cyrano (dessen Ding immer lang bleibt, auch sobald er die Wahrheit spricht). Bemerkst, dass du nicht nur wegen der Hitze auftaust. Eher schon, weil du so hitzig bist. Im Haus ists so heiss, dass du in Erwägung ziehst, dich mit Zahnpasta einzureiben. Da du Parodontax verwendest, kommst du von dieser coolen_kühlenden Idee ab, weil zu kostenintensiv.
Die vorgestellte Idee mit dem VorleseText gefällt. – Allen, ausser G.Plank, dem es ob des ungerecht verteilten Lobs gar nicht gut zu gehen scheint. Lebisch geht nach dem RAF Prinzip vor: Der Analyse folgt der Terror. Will ganz andere Bilder dazuhaben. Muss sich selbst auch einbringen. Bis zum fertigen Text vergehen noch etliche Tage. Der Finanzgebarer als operativer Geschäftsführer muss die Zumutbarkeit des Textes erst mit den Ansprechpartnern auf der Geldgeberseite abklären. Jeden Tag kommt Lebisch mit einem anderen Bild
, weil er an der Verspieltheit der Kampagne immer mehr Gefallen findet. Freund & Feind aller WerbeKnechte ist der Termindruck. Doch gäbe es diesen nicht, bliebe manche Produktion unvollendet.


Lebisch muss sich auch noch anderen Kampagnen zuwenden. Am wichtigsten ist die ZeckenschutzProphylaxe. Alle im Haus reden davon. Jede & jeder sollte sich eventuell auch impfen lassen. Natürlich ohne Druck. Limpel verzichtet auf seine Aufklärung. Wahrscheinlich hat er sichs überlegt. Corporate Identity ist auch das Ziehen aller an einem Strang. Doch du hast kaum Zeit für sowas. Arbeitest die Mittagspause durch, euphorisiert von deinem VN Spot. Die Zecken können warten. Nach der Mittagspause zeigst du voller Ungeduld & Stolz deine ausgeschnipselte Arbeit. Kannst kaum sprechen, weil dir das Herz bis in den Hals schlägt. Die Manu flüstert dir was ins Ohr, worauf du gleich einen Liter Körperflüssigkeit auf 1x verlierst. Über die Nützung des Erfrischungsraumes innerhalb der Agentur denkst du nach. Zusammen unter der Dusche, mit Gewand... Dem Lebisch hat das Flüstern überhaupt nicht getaugt, siehst du ihm an. Dabei kann er gar nicht wissen, was die Manu gesagt hat: »Bleib ruhig, i bin eh auf deiner Seite!«
Lebisch verortet deine Befindlichkeit. Mit gekonnt lächelndem Blick nimmt er dir das beklebt_beschriftete Blatt aus der Hand. Prüft mit abwägendem Gesichtausdruck den Papierausdruck. Sein Lächeln osziliert von elegant zu amüsiert. Vollendet sich schliesslich in einem prächtigen Schmunzler, bei dem er die Kontrolle (das Höchste seiner Güter) zu verlieren scheint. Endlich begreift er die Sache, der diesmal die Worte vorausgegangen sind! Der visualisierte Spot gefällt ihm nun endgültig, und er veranlasst sogleich ein Storyboard anzufertigen. Dieses faxt (so ist die Rollenverteilung) die Manu unverzüglich|gleich|sofort an den Führungsstab der VN. Auch denen mundet der Spot, sodass sie einen zweiten von dieser Sorte dazu bestellen. Als Nachschlag quasi! Lebisch findet deinen unvollkommenen TextAnsatz so behaglich, dass er wenige Tage vor dem PräsentationsTermin die fertige Kampagne in den Wind schiesst. Alle getätigten Arbeiten passen jetzt nicht mehr zu den Spots. – Sehr zur Freude der GrafikMannschaft, da hast du keine Freunde mehr! Man hasst dich zwar nicht, wirft dir jedoch stumm vor, wieder nicht rechtzeitig mit der Idee rausgerückt zu sein! – Als ob du das steuern könntest! Natürlich machen die Grafiker dich dafür verantwortlich. Hättest du mit deinem Genieblitz nicht solange hinterm (k)ArlBerg gehalten, würden alle ein geruhsames Wochenende vor sich haben. Und nun eher das Gegenteil. Und sie dreht sich doch, die AgenturKreationsMaschinerie. Musstest du ja deine Roxanne beeindrucken! Mit Hochdruck wird alles Bisherige auf Tierwelt umgemoppelt. Für die Grafik bist du ein Kollegenschwein. Da redet keiner mehr was mit dir. Müssen alle angefertigten Sujets wegschmeissen (oder für später aufheben)! Dafür kannst du nix. Der Langmähnige meint nach deiner UnschuldsBeteuerung: »Mit so einer Idee hätte ein guter, kollegialer Texter net so lang zugewartet.« G.Plank tröstet: »Mach da nix draus, das renkt sich wieder ein. Jeder sieht, dass die Arbeit nun besser geworden ist!« –
»Na hoffentlich!« Erstmals bemerkst du was von der natürlichen Feindschaft zwischen Text & Grafik.

Die Grafikmenschen sind die angeschmierten. Nicht weil sie sich die Finger schmutzig machen beim Zeichnen|Malen|Kopieren|Färben|Schnipseln|Aufkleben, sondern weil sie erst nach dem Text randürfen. Bei gestiegenem Termindruck. Vorher mussten sie warten und Däumchen drehen. Nachher den Turbo einschalten und die ArschBacken zusammenkneifen, um in time fertig zu werden.
Lebisch erscheint dunkel gewandet wie Django in der Agentur und ist (an-, nein: ver-) lässiger als sonst. Lauschte am Vorabend einer TangoDarbietung. Oh no, wo bleiben die Red Shoes, und war dein Zahnarzt auch dabei? Der Tanz im 2/4 oder 4/8 Rhythmus ist für dich Zirkusmusik. Gehts da nicht um Verarschung? Kann ja nicht ernst gemeint sein, die Manns- & Weibsbilder im TangoWahn. Das Gehabe gefällt dir. Eine Interaktion wie: »Wie Leute, die Hunden an der Gehsteigkante die StVO einbläuen und Regeln erklären.« – HundeScheisse! Ein Vollbad im Näpfchen mit Fett. »Mein Hund kennt sich im StrassenVerkehr besser aus als i!« Doch Lebisch hat noch ein genussvolleres Hobby, als Hunden die STVO zu erklären. Damit will er dieses Meeting beginnen. »Fliegenfischen is it!«, sagt er. Und schon kann er nicht glauben, was du zum Ausdruck bringst.


»Was? Fliegen kann man auch fischen! Und ich dachte, die kann man nur fangen!« Lebisch ist seit dem Film ›In der Mitte entspringt ein Fluss‹ begeisterter Fliegenfischer. Und »tangonärrisch« seit dem Abend mit der argentinischen QutschPumpenQuälerei. Ergodessen will er, weil »Tango ist Erotik pur«, die UWäsche von Palmers neu designen. (Natürlich nur die Verpackung.) Dafür will er Namen in rauen Mengen aus dem erotischen Reich des argentinischen Fummeltanzes. Ein ErstVorschlag von dir wird gleich im Ansatz abgeschmettert: »Tangos weibliche Form: ›Tanga‹...«


»Na das geht SICHER nicht!«, sagt eine VorzimmerAmazone, gekleidet wie Carmen. Nur die Rose im Haar fehlt, dafür Dornen auf der Zunge. Scheisswelt! Befremdet reih(er)st du noch am selben Tag eine Wörterliste, die mit ›Pasodoble‹ (den Stierkampf imitierend) beginnt und mit ›Flamenco‹ endet. Letzteres geht natürlich auch nicht, weil die schlafenden TangoHunde den ›Flamingo‹, den rosaroten PanterVogel der Tunten, darin sehen könnten.


Lebisch stellt sich alles andere als tuntenrosa bei seiner LieblingsGrafikerin an, um sie zum Tango zu verführen. Die hält sich bedeckt – vom Balzen eher tangiert als berührt. »Auch die Schauspielerin Mercedes Echerer war in der Vorstellung und nachher auf der Party. Hat sich kaum halten können«, meint Lebisch süffisant. Zuhause hast du ein TangoAlbum auf Vinyl, das du deiner Roxanne borgst, die plötzlich gesteigertes Interesse bekundet – mehr am Tango als an dir. (Später musst du es von ihr zurückholen, weil ihr 2 nicht mehr an 1 Arbeitsplatz hackelt. Sie hat einen Hund sorte Bobtail. Der macht mit dir das, was du eigentlich mit ihr vorhattest. Dadurch wird dir die Geschmacklosigkeit deiner GedankenRammelei vor Augen geführt. Schwörst der Geilheit ab, und es entsteht keine zwischenmenschliche Peinlichkeit. Nach dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!) Nicht vergessen: Zu danken für diese kranken Gedanken!

In der Mitte entspringt ein Gedanke. Die Mercedes wird 9 Monate später zu ihren 2 Hunden namens Frau Müller & Einstein Zwillinge dazu bekommen. Wahrscheinlich nahm sie die Pille, doch bei der TangoGeilheit war die Verhütung der 2.Sieger. Und deine VN Kampagne kann auch niemand mehr verhüten. Der Tangowahn und das schwarze Gewand blockieren Lebisch’ Gedankenstärke. Sagt »Nimbus-Schlüssel« zum Ikea Werkzeug namens Imbuss! Für dich das AuslöseWerkzeug zu Zweifel an seiner Genialität.
Doch er führt alles termingerecht der Fertigstellung zu. Für die Werbelinie – so gut wie komplett der Mitte deines Hirns entsprungen – erhält er Gerüchten zufolge eine halbe SchillingMillion~ als KreationsHonorar. Hat die Ehre, fliegt mit dem Finanzgebarer & der Rheintalflug dunkel gewandet ins Ländle, macht die Präsentation und sich bei dir rar. Wäre höchst an der Zeit, eventuell über eine Anerkennung in Form einer Gage zu sprechen!
In der Mitte des Abends entspringt eine Party. In den zefa Räumlichkeiten. Frau Lebisch freut sich. Hast ihr mit ein paar verkauften Bilderchens ein Zubrot eingebracht. Ist ja nicht alltäglich, KinoSpots nur aus stehenden Bildern anzufertigen. Also strahlst du fast schon wie Tschernobyl, weil so happy. Beim Eingang lauert ein Fotograf, der alle Eintretenden ablichtet. Das willst du nicht. -u hältst dich für nicht so wichtig -v dadurch die Kosten überschaubar und -w sowieso alle Fotografen für unterbelichtet.


Die Fotos der anderen Gäste werden express entwickelt und an die Wand projiziert. In der Werbung freuen sich alle wie Kinder, sobald sie ihr Bild irgendwo sehen. Sowas kannst du dir für deine Wenigkeit nicht im Geringsten vorstellen – und das bei deiner Fantasie! Schatzi freut sich, »weils ein Buffet von Do & Co, dem neuen Stern am CateringHimmel, gibt«. 5 Gänge aus allen Kontinenten. Originell! Schatzi ist happy & betrübt. Weil du alles NeuGewand aus dem DZ nicht auf 1x tragen kannst. »Wird schon noch die eine_andere Party folgen«, sagst du. Und noch was ist tadelnswert: »Dein BauernGeschmack, hiatz hear amoi auf mit dee bleden Berner Würstl!« Was kann man da dagegen sagen_machen? Schon wieder gibt es sie nicht, die viel gepriesenen, heiss verspeisten. Alles, was gut & selten ist, ist Kult. (Das sollte man mal den HaubenKultlern auf ihre handgewichsten HaubenSpeisekarten schreiben.)


Scheiss & Co! Musst Elsässer Speckkuchen namens Quiche Lorraine runterwürgen. Und noch anderes Zeugs, das Schatzi ausgezeichnet findet. Dabei grinst du und hältst dich am Glas fest, wobei du aufs Trinken verzichtest. So sauwohl fühlst du dich, dass du am liebsten zu grunzen anfangen würdest. Suhlen tust du dich ohnehin schon. Wälzt dich im Dreck deiner Anerkennung. Einer PartyGästin in unmittelbarer Nähe entgeht dein Wohlbehagen nicht. Erblödet sich zu sagen: »Gewinnendes Lächeln haben sie«.
»In da Werbung arbeiten isses Geilste auf Erden!«, sagst du im ersten Anlauf, eine fast vollkommene Nüchternheit bemerkend. Nie hättest du gedacht, jemals so einen Schas abzulassen – ohne grausame Folter. Keine Ironie im Wortspiel. Meinst es so, wie du es gesagt hast. So stotter- wie fehlerfrei (abgesehen von der Aussage). »Und was macht man da so in da Werbung?«
»Kaffee kochen und Müll raustragen!« Schon wieder! Es geht. Es geht ja! Es geht ja doch!! Beschwerdefrei. Tut gar nicht weh. Reden, ohne zu stottern! Sogar Schwachsinn, für den du dich schämen müsstest, geht sorglos über die Lippen. Oh was für ein glorioser Moment. Die langen Leiden des Abmühens frästen Narben in dein mitmenschliches Denkwesen. V_leicht eine Form der Gerechtigkeit, dass du nur ein Minimum deines schlechten Denkgutes aus dem Mundloch pressen konntest. Scheint nun vorbei!


»Glaub ich aufs Wort!«, sagt sie arglos. Kennt dich ja nicht. Weiss also auch nicht, dass du das erste Mal nüchtern mit jemanden redest. Ohne Anstrengung wie bei einem Wettkampf. Dann stellt sie sich namentlich vor, und du schwenkst ihre Erscheinung ab. Hat sowas von einer KreativBrille auf, dass du beginnst ihren Dreitagesbart zu vermissen. Pferdeschwanz ist da. Über (Kreativ)Gott & die (Werbe)Welt plaudert ihr. Eigentlich wäre dir zum singen: Es grünt so grün... bis...
...Bis Schatzi eifersüchtig auf Job und auf »eure Lampen mit sch davor« wird. Schnell heim, um ihr deine Liebe zu beweisen. Fühlt man sich gut, kann man sogar aufs abendfüllende Saufen verzichten! Das war er schon fast, dein schönster Tag in der Branche.


Nächstentags kommst du verspätet angetrabt vor lauter Liebe. Hast zuhause was vorgeschrieben und fühlst dich wie Casanova, als du das Casa blanca in der Muthgasse betrittst. Das ExModel wird schön langsam auf 60 Stunden Arbeitszeit upgegradet, obwohl nur für 40 bezahlt und kaum eine gute Aufstiegschance in den 1. oder 2. Stock besteht. Bestellt gerade Fressen bei McDonalds. Für jenen Teil der Agentur, dem das KantinenEssen bei den rankigen Xeroxern unzumutbar ist. Jedoch du isst & bist gerne bei den KopierBrüdern und entwickelst dabei lustige Scherzchen. Hast 1x sogar das Essen kopiert und die Bilderchens auf dein Tablett gelegt. Fand niemand komisch. Zu Recht: Mit Essen spielt man nicht!
Heute bist du unbekümmert & gut drauf. Heute wird mehr kein Aufschub geduldet & kein HonorarAnsinnen geschuldet. Also willst du gleich die daheim vorgeschriebene Honorarnote, vielmehr ein Honorarwunsch, ins entsprechende Fach legen. (Simon war dir keine Hilfe: Seine Dimensionen sprengten jegliche Vorstellungskraft.) Begehrst mindestens 10 Blaue~ für jedes Monat. Soviel hast du bei der Post verdient. Sollte keine Verschlechterung sein. Für die Werbung muss man nicht so früh aufstehen, schon deswegen würdest du deine ArbeitsLeistung lieber im Werbewesen abliefern.


Nein, das muss geklärt werden!
3 Monate sind um. Also suchst du ein gut bewachtes Büro auf, umgehst die AmazonenRiege. Lebisch’ Augen weiten sich, wehrlos für eine Sekunde. Schweigt. Sein Lächeln schafft es nicht mehr bis zu den Augen. Die Lichtsterne erbleichen irgendwie sterbend unterwegs im Antlitz. Die Stille schwillt an, hüllt ihn ein. Er entspannt sich. Plötzlich hat er ein trauriges Gesicht. Das Lachen ist vergangen wegen deiner Vorgangsweise. Um abzulenken, startet er mit dem »letzten FloridaUrlaub«.
Hast du da nicht was drüber gelesen? Urlauber in Florida sollten aufpassen. Befinden sich im Land mit den verrücktesten Gesetzen der Welt. Sex mit Stachelschweinen ist ausdrücklich verboten. Verheiratete Männer dürfen die Brüste ihrer Frau nicht küssen. Donnerstags ab 6 pm wird öffentliches Furzen geahndet. Im Südosten ists untersagt, sonntags nach 6 pm Hüttenkäse zu essen. [Hält man sich daran, hat man auch am nächsten Donnerstag nach 6 pm weniger Probleme mit Darmwinden & Sheriffs.] Der Sonntag ist jener besondere Tag, an dem es unverheirateten|geschiedenen|verwitweten Frauen verboten ist, per Fallschirm abzuspringen. Widrigenfalls droht Gefängnis. Jegliches SexTun ist bis auf die MissionarsStellung verboten. Und Männer, die sich davor & danach mit einer sichtbaren Erektion blicken lassen, werden verfolgt – vom Gesetz (um den Prügel zu prügeln?). In der Verfassung von Daytona Beach steht: Öffentliche Mistkübel dürfen nicht sexuell belästigt werden. In Saratoga ist Singen nicht gestattet, sofern man einen Badeanzug an...


»...Hey, hören sie mir überhaupt zu?« Lebisch hat auch so seine eigenen Gesetze: »Ich bezahle Trainees üblicher Weise überhaupt nur 1 500 Schilling!« Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Lebisch’ Law: 1,5 Tausender (~110 Euro) monatlich. Pfah, wovon leben? Von Sport-, Krebs- oder Kinderkrebshilfe...
»Als Zeichen meines guten Willens und weil mir ihre VN Kampagne gut gefallen hat...« Verzögert, ruft seinen Finanzgebarer.
Als Zeichen ihres guten Willens und weil ihnen die VN Kampagne so gut gefallen hat, wollen sie (beide) immerhin – sage & schreibe – 3 Blaue pro Monat springen lassen (also 220 Euro in etwa).

Nun schaltest du auf stur, wie du es Simon versprochen hast. Wie eine Beschwörungsformel betest du deine Sätze herunter. Im Geist siehst du, wie du sie in die ibmaschine hämmerst. Und deine Zunge hämmert sie in die Agenturluft. »Die kleinste Einstellung auf meinem Taxameter: 10 Tausender pro Monat (~ 700 Euro). Darunter kann ich nicht arbeiten!« Lebisch gefriert das ohnehin schon eisige Lächen noch mehr. Und du zwingst dich, seinem Blick standzuhalten. Seine Stimme klingt tiefer – v_leicht auch nur, weil sich sein Tonfall geändert hat. »Bedenkzeit heisst das, und die will ich mir schon nehmen, beziehungsweise nicht nehmen lassen.« Das sich anbahnende Grinsen kann er gerade noch auf halbem Weg abfangen. Der Finanzgebarer ist dran: Vorerst schnell noch alles durchkalkulieren. Ausserdem wären deine Arbeiten bereits voll abgerechnet, und nun könne man dem Kunden nicht im Nachhinein nachträgliche Honorare abverlangen. Das geht dir alles wie Honig runter, obwohl Stachelbeeren drinnen sind. Alles in allem: Peanuts! Was du nicht erahnst:

Hier gehts nur ums Prinzip und nicht ans Eingemachte. Ein kleiner Pimperlfreier kann keine Bedingungen diktieren, niemals. Thats it! Ein kurzer Krampf durchfährt das LebischGesicht, läuft in die Mundwinkeln, dann ist die GemütsRegung verebbt und alles wieder unter Kontrolle. »Ists so unmöglich einer anständigen Arbeit ein anständiges Honorar zukommen zu lassen?« Wer ein Greenhorn in der Werbung um zig Tausender erleichtern kann, darf es tun. Immerhin tut man Greenhorn damit einen Gefallen: Mit einer Lehre fürs Leben! Lehrgeld also. Hast noch nicht genug davon abbekommen: Lebisch sagt: »In Amerika ists üblich, dass Auszubildende die Firmen bezahlen, um was zu lernen.« Einleuchtend!


Der Finanzgebarer hat zwischenzeitlich einen Masterplan ausgetüftelt. In Hinkunft solltest du nur noch als Freelancer beschäftigt werden. Dadurch liesse sich mit 2 Arbeiten soviel verdienen – wie andere für ein Monat fix angestellt. Dabei, sagst du, würdest du nicht soviel erlernen. »Wir beschäftigen sie weiter, jedoch müssen sie vorher ihre Honorarnote reduzieren. Sonst haben wir buchhalterischen Schaden, den uns keine Steuerprüfung abnimmt!« Da liegt es vor dir, das Lehrgeld. Bereit zum Aufheben. Liegt auf der Strasse, dein Anteil. Und du liegst auf der Schnauze. Zur Strecke gebracht. Ohne Wimpernzucken (von ihnen) oder Zähneknirschen (von dir). Der Finanzgebarer hat nun Aufwind: »Es ist ihr Verabsäumnis, weil nie eine feste Vereinbarung getroffen wurde!«.


»Also für mich war die Abmachung sonnenklar: FreelancerTarif!« Ein Aufzucken erhellt sein Gesicht bis in die Zornesfalten. Doch er beherrscht sich, wie die Finanzen. Eine Argumentationshilfe hast du vorgeschrieben. Darauf ist aufgelistet, wie viele UngefährProzente du getextet hast. »Gemeinsam durchgehen & darüber feilschen würd zuweit führen!« Die fixe Idee, dass gute Arbeit ebensolchen Wert & einen abzustattenden Preis haben MUSS, verflüchtigt sich. Einsichtig wirst du. Gönnerhaft reduzierst du den Honorarwunsch um 10 Tausender – von 30 auf 20 000 ATS. Beide wechseln einen heimlichen Blick, nicken und tun so, als wären sie darüber sehr besorgt (har-har). Damit bist du schwach geworden, in die Knie gegangen. Es ist ausgestanden. Um nicht noch mehr Zeit zu vergeuden oder gar diskutieren zu müssen, findet ein »bereits angesetztes« Meeting statt, von dem du nix weisst. Lebisch ist immer noch dein kreativer Direktor. Fürs administrative Leben hat er den Finanzgebarer als Kettenhund. Lebisch ist s an der Nasenspitze anzusehen, dass er Wickel alles andere als behaglich findet. Sein sonniges Lächeln ist Vergangenheit (wie deine Karriere in seinem Haus). Sieht in dir ein Ungeheuer, das die Gnade der Förderung durch eine gute Agentur gar nicht verdient. »Herr Weidinger, sie werden es nie in der Werbung schaffen, mehr als 3 000 Schilling zu verdienen!«


Das Gesagte findest du sehr weitblickend von ihm. Und offenbarend: Dafür braucht er seinen Finanzgebarer, weil er selber nicht rechnen kann: Hast du nicht schon bei ihm mehr als das verdient? Während ihm dieser Nierenstein der Weisen abgeht, kaust du teilnahmslos an den Fingernägeln. Neue Droge? Neues Laster! Muss hier noch extra betont werden, dass es so nicht weitergehen kann?
Lebisch hat als Wiener- & Falter Gründer viel gelernt. Flache Hierarchien geben Neulingen die Chance zum Durchstarten. Flache Hierarchie & hohes Engagement kennzeichnen Betriebsklima & Gehaltszettel. Lebisch ist nicht nur KreativSeelsorger, der alle Kampagnen absegnet. Ist auch Totengräber, sobald die eine oder andere Hoffnung zu begraben ist. Der FinanzChef macht deinen Scheck fertig, der KreativChef ein Briefing, bemüht zur Laune zurückzufinden: »Kennt wer Trzesniewski? Franz Kafka war Stammgast...« Wahrscheinlich hat er deswegen so gealbträumt. Egal:

»Ein Brötchen misst 8 x 4,5 cm. Ergibt 36 qcm Aufstrichfläche. Ein kalorisches Kraftwerk mit 30 bis 60 Kalorien, wofür man 1,5 Millionen Eier und 84 Tonnen Irgendwas zu 115 Tonnen Brotbelag verwurstet, was eine 394 Kilometer lange BrötchenKarawane ergäbe. Natürlich nur nach Geheimrezept – wasn sonst! Ausserdem hat er in den 60er Jahren den Pfiff, das Kinderbier, erfunden...«

Na, daraus lasst sich gleich mirnix_dirnix eine Kampagne aus dem schöpferischen Erz der Fantasie auf dem glühenden Amboss deines Kreativhirns schmieden. Der Finanzgebarer kommt dir zuvor und befie... nein: bittet dich in sein Büro. So wirst du aus Meeting & Agentur komplimentiert. Akzeptierst, nur noch als Freelancer für Lebisch tätig zu sein... Schaut aus, als wärst du hier der 2. Sieger. Oder der 1. Loser, Verlierer! Sowas, das nicht mehr weiterbeschäftigt werden kann... »That mit Weiterbschäftigung is the oldest Trick in dä World«, sagt Simon später. Kriegt keinen Zuckaus mehr.
Hättest klagen sollen: Auf dein zustehendes Honorar (laut Simon als Gutachter) mindestens »100 000 Schiling« für die abgelieferten Arbeiten. Ein guter Rechtsanwalt in Sachen Urheberrecht hätte ordentlich Kohle rausgeholt oder mit einstweiliger Verfügung die Kampagne gestoppt. Man wäre ganz schön angeschmiert – als Auftraggeber! – weil die Kampagne schon draussen und verkauft wurde, ohne Abgeltung deiner Arbeit|Forderung als (zumindest teilweiser) Urheber. Ein schwieriger_schmutziger Prozess...

Nun bist du rasch mit deiner angelesenen Weisheit am Ende. Besser, den Schweif einzuziehen. Kneifen & Hoffen. LeseWissen ist okay! Punkto Auftreten & RedeKunst musst du noch viel härter werden! Die Überzeugung, dass ihm werbetechnisch nie was Unerwartetes passieren kann, hat im Gesicht von Lebisch die weichen Züge der Zuversicht eingeprägt. Nicht genug damit: Weils gar so einfach geht, wirst du auch noch um die Mehrwertsteuer (von der du keine Ahnung hast) gebracht. Das ErstEngagement dauerte von 5. April bis 7. Juli 2000–11. Für 14 Wochen Arbeit kriegst du exakt 16.666,67 Schilling überwiesen (mehr als 5 500 ATS pro Monat, hast dafür vermutlich eine halbe Million ATS KreationsHonorar eingespielt). Somit verzichtest du auf alle weiteren Ansprüche.

»Das muss rechtlich so sein«, sagt der Finanzgebarer mit breitem Grinsen – und du willigst ein. Guter Deal. Gutes Geschäft. Wie jenes der niederländischen Siedler, die für 24 Dollar einen Landkauf tätigten, um in indianische Ureinwohner zu investieren: 32 oder 40 Glasperlen* anno 2000–374, um ein wertloses Stück Land zu erstehen. ›Ma-na Hat-ta‹ oder himmlische Erde hiess die unbewohnte Insel vor Nieuw Amsterdam. So sicher wie Manhattan in NY liegt, wirst du noch viel lernen müssen. Doch Lebisch kann nicht Recht behalten. Bald schon wirst du (wieder) mehr als 3 000 ATS pro Monat verdienen – wie von Simon prophezeit... In der Hoffnung, alles zuvor Gesagte ausblenden zu können, verschliesst du die Augen. Doch es ist kein Traum. Auch nicht durch Leichtigkeit zum Verschwinden zu bringen. Schon gar nicht durch deine Leichtfertigkeit – leicht fertig! Die Anstrengung verursacht körperliche Schmerzen. Beschliesst, nix mehr zu sagen. Willst nur noch flüchten. Irgendwie nach hause. Die Tür hinter dir ins Schloss knallen. Um deinen geschundenen Körper samt daroberhalb irrender Seele aufs Bett zu werfen und zu schluchzen bis ans Ende der nieuwen WerbeWelt.
Rem tene, verba sequntur: Diese Sache hast du begriffen, nun folgen die Wörter: Fühlst dich – frei nach Ingeborg Bachmann –: ausgeraubt zerfetzt ausgepeitscht vergiftet aufgespiesst gesteinigt gekreuzigt gehäutet ausgeweidet erdrosselt gesotten erwürgt verbrannt. Sonst ganz okay!? Wieder eine unverzicht_unbezahlbare LebensLehre absolviert. Noch härter, wirst du werden müssen! Irgendwas in deinem Leben muss sich ändern!! Und zwar sofort!!!

(Statt runder wirst du nur mehr eckige Klammern machen!]

 

Leseprobe | Seite 18 [KAP.01]

Leseprobe | Seite 148 [KAP.11]

Leseprobe | Seite 196 [KAP.16]

Leseprobe | Seite 329 [KAP.33]

Leseprobe | Seite 372 |
Kapitel.38
[unlektoriert]


Leseprobe | Seite 466 [KAP.49]

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Rezensionen & Stimmen [KRITIK]

 

 

 

Das Buch, von dem Harry Rowohlt
meinte: es werde seinen Weg machen!

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»kaweis Werbegang
Die Verhaftung der Dunkelheit
wegen Einbruchs«
von Karl Weidinger
[UhudlaEdition] – Das Buch Arial:
Wahnsinn (o)der Werbung,
Schutzumschlag von Prof. Ernst Fuchs,
gebunden, Hardcover, 500 Seiten.

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»...eine Spur der Verwüstung durch die WerbeBranche gezogen wie Attila der Hunnenkönig.«
– [Dr G Walsch-Jelinek of Transpotext|Commworld]

»...gute Texter haben keine Zeit für Bücher, und Sie haben schon zwei geschrieben?« – [Haide Rosar of Young & Rubicam] – »Seit 10 Monaten mehr keinen Sex gehabt. Da könnte ich in der Zeit, in der Sie mit Ihren Chefs bumsen, ›Krieg und Frieden‹ schreiben!« – [Antwort des Autors]

»A Supertexter, owa menschlich a totales Oarschloch!« – [the HorstMan of A3]
– »Einspruch, nehmenS des zrück, i bin sicher ka Supertexter!« – [Antwort des Autors]

»Kawei, das Selbstvertrauen aus Beton, der Al Bundy von Österreichs WerbeSzene« – [DI Kari Witt-Dörring of PK_P beim ORF TopSpot]

»Die Verhaftung der Dunkelheit wegen Einbruchs... Ein Titel, der seinen Weg machen wird!« – [Harry Rowohlt of Hamburg]

KARL WEIDINGER
[THE LORD of the piRINGS
DER HERR der jahresRINGE]

Ein Burgenländer aus Piringsdorf, seit über dreieinhalb Dutzend und mehr als vier Dezennien Lebensjahren, mit kawei verhaftet. Ein Alter, in dem richtige Genies schon richtig tot sind: Mozart[35], Jesus [33], Schubert[31], Hendrix [28], Schiele [28], Morrison [27], Büchner [24], Trakl [24]. – Nur Falco [41], Kafka [41] oder der Erfinder von Short- & KrimiStories, Edgar Allen Poe [40] sowie Jaromir »Schwejk« Hasek [40] wären mit etwas Glück noc
h einholbar. – Lady Diana [36], Michel Hutchence [37], Puschkin, Van Gogh [37] und Ödön von Horvath [38] gingen zwischen Fertigstellung, Lektorat und Drucklegung drauf als Vorbilder. Also nix mit Genie. Schon eher Wahnsinn [ohne Methode].

Speisekarte speziell für Haflinger & Knastologen:
Arretiert zu 1,8 Promille des Jahrtausends in Piringsdorf und 22% des Jahrhunderts in Wien eingesperrt. Ein Zehntel Säkulum in Posthaft, ein Dutzend Jahre Schul-, Wirtshaus- & WerbungsArrest. Der Rest ist Schweigen, äh: Schlafen. Dunkelhaft! Nun [wieder] draussen.


»kaweis Werbegang - DIE VERHAFTUNG DER DUNKELHEIT WEGEN EINBRUCHS«
ist ein autobiografischer Schelmenroman von kawei. Das dritte Erstlingswerk nach »Der Missbrauch des aufrechten Ganges« [kaweis PostReport] und »Der Herr vom Uhudla« [kaweis UnterstufeLesebuch]. Eine schonungslose Abrechnung. Kein Kniefall vor den Grossen, sondern Kreativmuskelspiel der unangepassten Kleinen, die mit Eulenspiegel, Hanswurst, Kasperl oder Zilk auch schon einige Siege erringen konnten. Denn nur wer nicht genial tot ist, kann noch der Welt seinen Buchrücken zudrehen...

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