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BEST OF VERÖFFENTLICHT: kaweis Werbegang:

»DIE VERHAFTUNG DER DUNKELHEIT WEGEN EINBRUCHS«

 

»Lasst meine Wörter in Ruhe!«

Der Rundgang in Lebisch' Agentur muss fortgesetzt werden, um zu einem würdigen Abschluss zu gelangen: vor einer geheimnisvollen Tür am Ende des Ganges im ersten Stock. Etliche Plakate|Aufrufe|Manifeste prangen daran. Anprangernd! Pamphlete mit SchreibMaschine verfasst und mittels Kopierer in mehreren Schritten auf PosterFormat aufgeblasen. Eines davon, zentral & beherrschend, brüllt fast schon um Beachtung. Klar ersichtlich, weil es noch nicht lange dem freien RadikalNikotin des Ganglufthauches zur Vergilbung ausgesetzt war.

Muss also noch relativ neu sein, so deutlich heller als die anderen, älteren Botschaften. Lebisch als Hausherr ergreift die Initiative wie auch die Türschnalle und verzögert dramatisch. Das Wesen, das hinter der Tür sein Unwesen treibt und sicher nicht eure Aufscheuchung erwartet, muss aus eigenem Antrieb eine Kampagne für sich selbst gemacht haben. Das Plakat an der Tür soll der restlichen Agenturwelt was von Bedeutung mitteilen. Sind doch nur Leute, die hier vorbei kommen, empfangbar für den Sinn der Message.

Lebisch bleibt vor der verschlossenen Tür mit dem darauf angebrachten typografischen Poster wie der sprichwörtliche Ochs vorm neuen Tor stehen. Besieht sich das frische Kunstwerk auf der alten Tür genauer, als stünde er zum ersten Mal davor. Mit breiter Ergötzlichkeit wie ›Elliott das SchmunzelMonster‹ verfrachtet er den Tschick in den linken Mundwinkel. Elegant verstärkt er den lesend_studierenden Eindruck, indem er seinen Kreativkopf mit 40% Grauwert ein klein wenig schief hält. Nach kurzer Einwirkzeit nimmt er genussvoll den allzeit bereit steckenden Druckbleistift aus seiner Sakkotasche und macht ihn durch Klicken einsatzbereit. Lädt die Mine durch, repetiert. Denn ein Mitarbeiter namens Gerhard Plank (den du gleich kennen lernen wirst) hat einen Hilferuf getextet und diesen mittels Anbringung an seine Tür veröffentlicht, um die Welt – wie weiland Martin Luther vor der Schlosskirche zu Wittenberg – auf ihr Vergehen und seine missliche Lage aufmerksam zu machen. Statt 95 Thesen ist auf dem selbst gebastelten Plakat nur 1 Gebot drauf:

LASST MEINE WÖRTER IN RUHE!

Lebisch braucht nicht lange zu überlegen. Für kurz knipst er sein Lächeln aus. Die folgende Arbeit erfordert einen ganzen Kerl & Kreativdirektor. Einen schnellen, entschlossenen! Der Oberchef streicht ›Wörter‹ durch und kritzelt stattdessen ›Worte‹ darüber, nun heisst es:

LASST MEINE WORTE IN RUHE!

Lebisch raucht tiefatmend ein und tritt mit entschuldigendem Klopfen sofort ins hinter der Tür gelegene Zimmer. Drinnen ist es noch mehr dunkel als verraucht. Die Stube hat ein Fenster auf die Muthgasse. Rollo auf Anschlag zugedreht und wahrscheinlich seit Einbau samt nachfolgender Überprüfung durch MonteurHand nicht mehr geöffnet worden! Zumindest seit letzten Weihnachten nicht mehr – ist ja erst Mitte März! Zirkulationsfrei. Für heuer, da bist du dir sicher, hat sich noch keine Frischluft in dieses Zimmer verirrt. G.Plank fristet hier eine höher mutierte DaseinsForm als Grottenolm. Wäre er ein pflanzliches Wesen (wie Plankton) würde er statt auf FotoSynthese mit Sonnenlicht & Sauerstoff auf NikotinAtmung mit Stoffwechsel in Kaffeeform setzen. »Das ist Ihr Seniortexter, der Herr Plank…«

Seniortexter Plank wirkt sehr blass und noch mehr unrasiert (mindestens seit Weihnachten). Wirkt nach eurem Eindringen einsatzfreudig wie ein Bär im Winterschlaf. Befindet sich zwar nicht in Stoffwechsel reduzierter Starre, sondern kaffeebedingt in ärgstens angeregter GedankenDöserei. Den übervollen Aschinger hat er auf dem Heizkörper abgestellt, damit auch dieser was zum angenehmen Raumklima beitragen kann. Geht für ihn um grössere Aufgaben statt um kleinliches Herumgetue. G.Plank wirkt abwesend_abweisend. Kauert mit dem Oberkörper über einer IBM mit Kugelkopf und hält sie zärtlich & sicher im Arm wie der Reiter den Knaben in Goethes ›Erlkönig‹. Als wolle er – wie eine gute SchreibHebamme – beim Textgebären helfen. Beide scheinen ein inniges Verhältnis zu haben und nun von Familienfremden gestört worden zu sein. So müssen sich KellerAsseln fühlen, hebt man ihren Heimatstein auf, damit das grelle Sonnenlicht mit ätzenden Pfeilspitzen gnadenlos auf sie niederstechen kann, um sie austrocknend zu vernichten. Lebisch macht kein Aufheben: Nun sollst du also diesen geheiligten Stein gemeinsam mit (oder unter?) Herrn Plank als Juniortexter bewohnen. Optimale Voraussetzungen: Lebisch ist Text wurscht! Ausser er wird herausgefordert und muss seine Kompetenz als oberster Chef verteidigen, wie er dies soeben mit Freude an den Tag gelegt hat.

»Herr Plank, das Wort ›Wörter‹ bezeichnet Unzusammenhängendes wie im Wörterbuch. ›Worte‹ bedeutet Sinn, zusammenhängend! Und Gerhard, Sie verwenden einzelne ›Wörter‹, machen daraus Sinn, also ›Worte‹--«


Lebisch' Überlegung: »Würde ich die Wörter – wie auf dem Plakat gefordert – in Ruhe lassen, bedeutete dies, dass ich mich mit Wörtern zufrieden gäbe, also Gefasel«, sagt er und lässt den Druckbleistift wie ein Florett in deine Richtung kreiseln. Quer durch die Luft, als wolle er sie verletzen. Nicht gerade die feine Klinge, doch er hat Recht, drohender Weise. Bevor er dich mit dem Ding abstechen kann, nickst du wie ein Spasti. (Immerhin ist der legendäre ›Bleistiftmord‹ immer noch nicht aufgeklärt!) Lebisch trägt seinen Textern nur die Menge auf. Der Inhalt, sofern es sich erkennbar um sinnstiftende Worte statt aneinandergereihte Wörter handelt, ist ihm egal. Ordert seinen Text. Wie »15 Deka Prosciutto« im Haas Haus.
Wenig später wird er bei euch aufgestöbert und mit einem RohLayout (roh wie Prosciutto) konfrontiert.

»Brauch ma 8 Zeilen zu 34 Anschläge«, sagt er und bläst eine neue Wolke in die nahezu sauerstofffreie Luft, um der GrafikArbeit etwas einzuhauchen. Textmässig könnte da hingeschrieben stehen, was wolle! Doch wehe, die Spationierung, der Abstand zwischen Buchstaben oder der Durchschuss der ZeilenLaufweite weiche nur einen halben Punkt von seinen Vorgaben ab! Als Texter würdest du da einen ziemlichen Lenz haben. Falls du dich mit deinem Seniortexter arrangieren kannst – und auf den Unterschied zwischen Wörtern und Worte achtest...


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Das Buch, von dem Harry Rowohlt
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»...eine Spur der Verwüstung durch die Werbe-Branche gezogen wie Attila der Hunnenkönig.« – [Dr G Walsch-Jelinek of Transpotext|Commworld]

»...gute Texter haben keine Zeit für Bücher, und Sie haben schon zwei geschrieben?« – [Haide Rosar of Young & Rubicam] – »Seit 10 Monaten mehr keinen Sex gehabt. Da könnte ich in der Zeit, in der Sie mit Ihren Chefs bumsen, ›Krieg und Frieden‹ schreiben!« – [Antwort des Autors]

»A Supertexter, owa menschlich a totales Oarschloch!« – [the HorstMan of A3]
– »Einspruch, nehmenS des zrück, i bin sicher ka Supertexter!« – [Antwort des Autors]

»Kawei, das Selbstvertrauen aus Beton, der Al Bundy von Österreichs WerbeSzene« – [DI Kari Witt-Dörring of PK_P beim ORF TopSpot]

»Die Verhaftung der Dunkelheit wegen Einbruchs... Ein Titel, der seinen Weg machen wird!« – [Harry Rowohlt of Hamburg]

KARL WEIDINGER
[THE LORD of the piRINGS
DER HERR der jahresRINGE]

Ein Burgenländer aus Piringsdorf, seit über dreieinhalb Dutzend und mehr als vier Dezennien Lebensjahren, mit kawei verhaftet. Ein Alter, in dem richtige Genies schon richtig tot sind: Mozart[35], Jesus [33], Schubert[31], Hendrix [28], Schiele [28], Morrison [27], Büchner [24], Trakl [24]. – Selbst Falco [41], Kafka [41] oder der Erfinder von Short- & KrimiStories, Edgar Allen Poe [40] sowie Jaromir »Schwejk« Hasek [40] wären mit etwas Glück nicht mehr einholbar. – Lady Diana [36], Michel Hutchence [37], Puschkin, Van Gogh [37] und Ödön von Horvath [38] gingen zwischen Fertigstellung, Lektorat und Drucklegung drauf als Vorbilder. Also nix mit Genie. Schon eher Wahnsinn [ohne Methode].

Speisekarte – speziell für Haflinger & Knastologen:
Arretiert zu 1,8 Promille des Jahrtausends in Piringsdorf und 22% des Jahrhunderts in Wien eingesperrt. Ein Zehntel Säkulum in Posthaft, ein Dutzend Jahre Schul-, Wirtshaus- & WerbungsArrest. Der Rest ist Schweigen, äh: Schlafen. Dunkelhaft! Nun [wieder] draussen.


»kaweis Werbegang – DIE VERHAFTUNG DER DUNKELHEIT WEGEN EINBRUCHS«
ist ein autobiografischer Schelmenroman von kawei. Das dritte Erstlingswerk nach »Der Missbrauch des aufrechten Ganges« [kaweis PostReport] und »Der Herr vom Uhudla« [kaweis UnterstufeLesebuch]. Eine schonungslose Abrechnung. Kein Kniefall vor den Grossen, sondern Kreativmuskelspiel der unangepassten Kleinen, die mit Eulenspiegel, Hanswurst, Kasperl oder Zilk auch schon einige Siege erringen konnten. Denn nur wer nicht genial tot ist, kann noch der Welt seinen Buchrücken zudrehen – wie dieser Lebensmüde namens kawei, der Karl Weidinger heisst und sich nix scheisst...

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